5 Tipps von Profis

Matthias Krah, Martin Schedler und Tom Wagner gehören zu den besten Ultratrail-Athleten im deutschsprachigen Raum. Wenn diese drei Tipps zu den langen Distanzen im Gelände geben, hören wir ganz besonders genau hin.

 

Matthias Krah / Altra & Compressport

Vor wichtigen Rennen betreibe ich ein „theoretisches Streckenstudium“. D. h. ich schaue mir das Profil und die Route auf dem Papier genau an, berechne Abstände zwischen den Verpflegungsstellen, Höhendifferenzen, etc., um vor allem auf die voraussichtliche Dauer und den Energie-/Flüssigkeitsbedarf schließen zu können. Zudem lese ich mir möglichst viele Rennberichte durch, um Informationen über Schlüsselstellen, technische und laufbare Abschnitte zu erhalten. Eigentlich sind detaillierte Rennberichte ziemlich trocken und wenig spannend zu lesen, zur Vorbereitung sind sie aber Gold wert. Herzlichen Dank an diejenigen, die sich die Mühe machen. Mach in der Taperingphase das, worauf du Lust hast, ohne dich zu ermüden. Fitnessgewinn gibt es sowieso keinen, aber vom Kopf her sollte man ein gutes Gefühl haben. Das finde ich entscheidender als ein ausgefeiltes Programm.

 

Mittlerweile habe ich gelernt, wie sinnvoll es ist, auch den Magen-Darm-Trakt für den Wettkampf vorzubereiten und zu „trainieren“. Auch wenn es wenig Spaß macht, lässt sich in puncto Verträglichkeit und Aufnahmefähigkeit der Kohlehydrate viel verbessern, wenn man auch im Training regelmäßig versucht, ans Aufnahmemaximum (ca. 90 g Kohlehydrate/Stunde) zu gehen. Dies kann selbst in kürzeren Einheiten von nur einer Stunde gut praktiziert werden.

Martin Schedler / Salomon
Ernährung: Ich habe meine Ernährung komplett umgestellt, ich lege mehr wert auf die Qualität der Nahrung als die Menge. Kein Fast-Food, keine Fertiggerichte oder Fertigsaucen. Jeden Tag frisch kochen – das bedeutet aber auch viel mehr Aufwand beim Einkaufen und bei der Zubereitung. Es geht nicht mehr darum, Massen von Kohlehydraten “reinzuschaufeln” – die Bilder mit Bergen von Nudeln gehören der Vergangenheit an.

Tom Wagner / Salomon
Die Crew: Für mich einfach super wichtig und hab auch das Glück, meist meine Crew dabeizuhaben; aber immer einplanen, dass sie mal nicht da ist; und auch vorher absprechen, was, wer, wann, wo und wie. Und vor allem dankbar darüber sein, begleitet und unterstützt zu werden.

 

Ein Plan C oder kein Plan!? Wenn es 100km+ sind, dann kann man sich schon an gewissen Zeiten orientieren; man sollte sich aber auch bewusst sein, dass dieser Plan bzw. diese Zeitvorgabe u. U. nach 20 km hinfällig ist. Grobe Vorgaben und die eine oder andere Alternative einplanen; der Rest ergibt sich von selbst …

 

 

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